Die Ahnataler AG 60Plus-Berichte

Bericht zu Besuch der islamischen Gemeinde Mattenberg

Besuch bei anderen Religionen

Bericht über den Besuch der islamischen Gemeinde, Kassel-Oberzwehren

Allgemeine Informationen

DIE MOSCHEEGEMEINDEN DER MUSLIME IN KASSEL

In Kassel gibt es sehr viele Bürger, die der Weltreligion Islam angehören. Sie sind schon längst Bestandteil der Kasseler Gesellschaft mit Ihren Gotteshäusern – den Moscheen. In Kassel sind 17 Moscheen eingetragen.

Das Glaubensbekenntnis, das Gebet, das Fasten, die soziale Pflichtabgabe und die Wallfahrt nach Mekka (Hadsch) bilden die fünf Säulen des Islams. Toleranz, Liebe und Gleichheit sind wichtige Elemente dieses monotheistischen Glaubens. Zwischen dem Islam, dem Christentum und dem Judentum gibt es viele Gemeinsamkeiten.

Der Islam vermittelt seit seiner Offenbarung Gerechtigkeit unter den Menschen und räumt ihnen sehr viele Rechte ein. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Die Muslime in Kassel sind offen für den Interreligiösen und Interkulturellen Dialog und lehnen jede Form von Gewalt, Diskriminierung und Zwang im Glauben ab.

In Deutschland gibt es ca. 4,5 Mill. Muslime.

Besuchsbericht

Am 02.November 2017 hat die Arbeitsgemeinschaft der SPD AG 60 Plus den ersten Termin der Reihe „Zu Besuch bei anderen Religionen“ durchgeführt. Ziel ist es, die Vorurteile und Ängste abzubauen, weil der Islam aktuell oftmals als beeinflussend, frauenfeindlich und gewaltbeherrschend dargestellt wird.

Es wurde wie immer mit dem öffentlichen Nachverkehr gefahren, um diesen zu unterstützen und dem Klimawandel entgegenzutreten.

Um 15 Uhr kamen wir pünktlich auf dem Gelände der Mevlana Moschee in der Mattenbergstraße in Kassel an. Der offizielle Name der dazugehörigen Gemeinde lautet DITIB Türkisch-Islamische Gemeinde zu Kassel-Mattenberg e. V. Der Verein wurde 1983 gegründet und gehört heute mit annähernd 300 Mitgliedern zu einem der größten islamischen Vereine in Nordhessen. Zuerst wurde uns die Anlage und die neue Moschee vorgestellt. Diese hat ca.3 Mill. Euro gekostet und wurde nach Aussage des Vereins allein durch Spenden finanziert. Der Verein sah es als bedauerlich an, dass beim Bau vergessen wurde, diesen barrierefrei zu machen.

Danach erfolgte die Besichtigung des Gebetsraumes mit Erklärungen des Imams (Vorbeter), der als de facto Beamter des türkischen Präsidiums für religiöse Angelegenheiten im Auftrag der DITIB Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V. 5 Jahre im Ausland tätig sein darf. Die Kosten der Wohnung trägt der örtliche Verein Kassel. Er wohnt deshalb direkt in der Moschee. Aus Respekt vor dem Gebetsraum haben wir auf Fotos verzichtet. Aber es gibt auch andere Veranstaltungen des Vereins, bei dem eine Besichtigung möglich ist. Bei der Besichtigung wurde immer wieder darauf hingewiesen, dass politische Diskussionen und Vorträge im Gebetsraum streng untersagt sind. Der Imam zeigte uns auch eine Probe des Gebetsrufs, dieser erfolgt immer im Gebäude. Ein Gebetsruf im Außenbereich ist nicht genehmigt.

Bei der anschließenden Diskussion im Gesellschaftsraum bei Kaffee und Keksen wurde deutlich, dass viele türkische Familien schon seit über 50 Jahren im Inland leben und zum wirtschaftlichen Erfolg Deutschlands beigetragen haben. Ein Gemeindemitglied äußerte im nordhessischen Akzent, dass er immer noch die Vorurteile spüre und dies in den letzten Jahren, auch angetrieben durch viele Medien, nicht besser geworden ist.

Es wurde deutlich, dass alle europäischen Religionen das gleiche Ziel haben, frei von Frauenfeindlichkeit und Gewalt. Die Entsendung staatlicher ausgebildeter Vorbeter garantiere, dass es keinen Wildwuchs unter den Imamen gäbe, welche dem Koran eigene Interpretationen beimischen und so zu Beeinflussung und Frauenfeindlichkeit beitragen und auch Gewalt aus dem Koran herleiten. Aus der Sichtweite des Vereins wurde geäußert, dass eine staatliche Beeinflussung durch eine türkische Regierung nicht Bestandteil der Arbeit der DITIB ist.

Wir bedankten uns für die herzliche Aufnahme und Bereitschaft, auf Andersdenkende zuzugehen und somit für ein gleichwertiges Miteinander der Religionen beizutragen.

Günter Börner

Vorsitzender 60plus Ahnatal

 

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